Kirche

So sieht die Kirche von außen aus

Einmal rundherum ...

Wir gehen hinein:

Der Altarraum ist durch den wuchtigen Holzrahmen wie eine Bühne vom Kirchenschiff getrennt.

Das Schriftband oberhalb des Presbyteriums-Balken

CHRISTUS VINCIT + CHRISTUS REGNAT + CHRISTUS IMPERAT

erinnert an die Mutter der katholischen Kirchen, an die Lateran-Basilika in Rom.

Kurat Rapolter schaffte bald nach dem Krieg das Kreuz im Altarraum an;

Johann Coleselli aus Axams in Tirol schnitzte dieses Kunstwerk.

Der Tabernakel rechts unter dem Kreuz ist vom selben Künstler in Messing-Treibarbeit geschaffen worden. Als Zeichen der Liebe zeigt die Tür das brennende Herz Jesu.

Die Muttergottesstatue stammt vom Innsbrucker Künstler Hans Andre.
Sie wurde schon 1930 am Österreichischen Katholikentag in Schönbrunn als „Neustädter Madonna“ vorgestellt bevor sie die neugeweihte Erlöserkirche schmückte.

Der siebenarmige schmiedeeiserne Leuchter wurde von Dir. Haselböck entworfen und von Berufsschülern der Schmiede in der Schneeberggasse hergestellt.

Die Orgel wurde 1990 vom Kremser Orgelbaumeister Friedrich Heftner errichtet.

Sie hat zwei Manuale, Pedal und zehn klingende Register.

Das Krippenrelief von Johann Buchgschwentner, aus Matrei am Brenner, schmückt die Kirche in der Weihnachtszeit.

Das Weihnachtsgeschehen ist in gedrängter Form dargestellt.

Ein Modell unserer Krippe befindet sich in den vatikanischen Sammlungen unter dem Titel „Tiroler Krippenrelief“. Es wurde Papst Pius XII bei einer Audienz vom Künstler überreicht.

Die Kreuzwegbilder kommen von der akademischen Malerin Martha Thiem Samassa aus dem Jahr 1935.
In den wuchtigen Holzrahmen
finden sich zart getönte, aber klar umrissene Hinterglasbilder.

Die neuen Vorhänge
Rede des Künstlers Heinz Ebner zur Wieder-Öffnung der Erlöserkirche

Sehr geehrter Herr Pfarrer! Sehr geehrter Herr Diakon! Sehr geehrte Pfarrgemeinde!

Was hat er sich wohl dabei gedacht – Clemens Holzmeister, der große österreichische Architekt des 20. Jhdts.? 
Als er 1932 diese Kirche umbaute, hatte er vermutlich im Sinne, aus der Halle einer ehemaligen Schuhfabrik
einen adäquaten Raum der Besinnung und des gemeinsamen Betens und Feierns zu gestalten:
Den Bedürfnissen der Menschen seiner Zeit entsprechend.

Inzwischen waren 85 Jahre vergangen, als ich mich im Dezember 2017 mit Vertretern der Gemeinde in dieser Kirche traf, um Möglichkeiten zu erörtern, diesen Kirchenraum
den Bedürfnissen der Menschen UNSERER Zeit entsprechend umzugestalten.

Ich erfuhr im Gespräch von den Plänen für eine neue Heizung, eine neue Beleuchtung und Beschallung – und der Raum sollte neue gestaltet werden. Wie immer sollte dabei vor allem Geld eine wesentliche Rolle spielen, ebenso wie der Wunsch, das Erbe von Clemens Holzmeister zu bewahren und dennoch so banale Anliegen wie das manchmal störend einfallende Sonnenlicht zu lösen.
Manchmal kann sie doch auch stören und lästig sein, die „Umwelt“, „seine Schöpfung“ – oder?;))

2015 schrieb Papst Franziskus I. in seiner Enzyklika „Laudato sii“ unter anderem über „Die Weisheit der Biblischen Erzählungen“ in Bezug auf diese uns anvertraute Schöpfung. So heißt es im Buch Genesis: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Es war sehr gut. (Gen 1,31) Und dennoch reute es Gott schon bald, „… auf der Erde den Menschen gemacht zu haben…“ (Gen 6,6)
Wir kennen diese Geschichte von der Sintflut und der Arche. „EIN guter Mensch (Noah) ist genug, um die Hoffnung nicht untergehen zu lassen“ schreibt Papst Franziskus in seiner Enzyklika weiter. Zu guter Letzt – nach der Sintflut und der Angst vor dem Untergehen – schloss Gott mit Noah und damit mit uns Menschen
einen Bund der Versöhnung und Liebe.
Als Zeichen dafür, gleichsam als Siegel – als Code dieses Bundes –

Heute begleiten verschiedene Codes unser tägliches Leben:
Strichcodes auf Produktverpackungen erleichtern das Registrieren bei Lagerungen und Kassen, QR-Codes verlinken unsere Smartphones mit Informationen im Internet usw.

Papst Franziskus schrieb in seiner Enzyklika, dass der Schöpfer-Gott in der Unendlichkeit des Universums wie auch im kleinsten Baustein der Schöpfung zu erkennen ist; der kleinste „Baustein“ unserer (digitalen) Bilder ist das Pixel – auch der Grundbaustein der QR-Codes.
Die neuen Vorhänge bestehen in dieser Bildsprache: aus verikalen Linien (Strichcodes) und (teilweise stark vergrößerten) Quadraten/Pixel. Die Farbintensitäten von Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot verlaufen vom Kircheneingang bis in das Presbyterium.

Die Neugestaltung dieses Kirchenraums war eine gute Gelegenheit, aus „unserer“ Not mit dem Sonnenlicht eine Tugend zu machen:
Die Erinnerung an den Bund Gottes mit uns Menschen!

Wie eine Klammer umschließt die Gestaltung der neuen Vorhänge in den Farben des Regenbogens den Raum und uns Menschen.

So wie erst durch das Zusammenspielen von Sonnenlicht und Gewitterregen der Regenbogen in der Natur sichtbar wird, so dürfen wir uns mit unseren Sorgen und Bitten im Gebet ebenso wie im gemeinsamen Feiern daran erinnern,
von Gott geliebt zu sein!

Heinz Ebner
Wiener Neustadt, 19. 7. 2020